Mit Reimkünstler Bodo Wartke aus Bad Schwartau
Shownotes
Bodo Wartke kann Wörter drehen, stapeln und so lange miteinander spielen, bis daraus ein perfekter Reim entsteht. Aufgewachsen ist er in Reinbek und Bad Schwartau. Sein erstes eigenes Konzert gab er in der Aula seines Gymnasiums. Damit begann vor 30 Jahren seine Bühnenkarriere.
Im Gespräch geht es um seine Liebe zur Sprache, den weltweiten Erfolg von „Barbaras Rhabarberbar“ und die ernste Seite seiner Kunst. Denn in seinen Liedern verarbeitet er auch den frühen Verlust seiner Schwester Christine.
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00:00:00: Schleswig-Holstein ist ein Land voller Menschen, Macher und Persönlichkeiten.
00:00:06: Uns
00:00:06: erzählen sie
00:00:07: ihre Geschichte!
00:00:18: Er kann Wörter drehen, wenden, stapeln und solange miteinander bekannt machen bis sie sich am Ende sogar reimen.
00:00:24: Bodo Vatke gehört zu den klügsten Sprachspielern Deutschlands.
00:00:27: mit seinem Klavierkabarett begeistert er sein Publikum seit dreizig Jahren.
00:00:32: Seine Wurzeln liegen in Schleswig-Holstein.
00:00:33: Bodo vatke wuchs in Rheinbäck und bat schwarthau auf gab beim Leibniz Gymnasium sein erstes eigenes Konzert Und jetzt ist er bei mir.
00:00:41: Herzlich Willkommen!
00:00:48: Ja, Bodo.
00:00:48: Schön dass wir uns hier zusammenfinden.
00:00:51: Endlich!
00:00:51: Ich freue mich sehr.
00:00:52: Wir haben schon mal versucht mit einem Teamscall technisch zusammenzukommen.
00:00:55: Das endet ja in einem wilden Fluchen auf deiner Seite.
00:00:58: Technik ist so nicht deine ganz große Freude.
00:01:00: Wenn ich den Raum betrete geht Technik kaputt.
00:01:04: Anders kann ich mir das nicht erklären.
00:01:06: Es ist auch so, dass Fachleute dann auch nicht mehr wissen wie es jetzt nicht geht.
00:01:09: Und du bist ja mit zwei Plattformen gekommen.
00:01:12: Nach dem Motivin die eine Plattform versagt Haben wir immer noch die andere und beide gingen nicht So, oh ja das hab ich auch noch nie erlebt.
00:01:18: Das ist ja komisch!
00:01:19: Und ich dachte, ich erlebe das ständig?
00:01:22: Das ist für mich der Normalzustand, dass es nicht geht.
00:01:25: Ja
00:01:25: und du sagst dann die Familie flüchtet denn auch ganz gerne weil du anfängst laut zu fluchen?
00:01:29: Ich werd dann wirklich sehr, sehr schlechte Laune.
00:01:32: also und da möchte man nicht mit mir in einem Raum weinen, das verstehe ich.
00:01:36: Herzlich willkommen bei den Küstenköppen, müssen wir erklären warum Bodo dein Küssenkopf ist, weil geboren bist du in Hamburg, dann in Rheinbek aufgewachsen um den Battschwarthau
00:01:45: Genau, also die ersten paar Jahre in Reinbeek und ab dem achten Lebensjahr in Bad Schwadau.
00:01:52: Wenn du jetzt so zurückdenkst was sind das für Erinnerungen an Schleswig-Holstein?
00:01:55: Und deinen Großwerden dort?
00:01:57: Sehr schöne!
00:01:58: Also es wird ja mal gesagt die Schleswich-Hollsteiner sind angeblich die glücklichsten Deutschen und würde sagen Ja, kann ich verstehen.
00:02:06: So wir haben ja nicht nur einen mehr sondern zwei.
00:02:09: Man muss sich über entscheiden.
00:02:12: Echte Luxusprobleme, geografische Natur!
00:02:15: Du hast ja mit Barbaras Raba... Ba?
00:02:20: Wenn ich da schon haken musste und für bewundere ich noch mehr dass ihr das so hinbekommt ein riesen viralen Hit gelandet.
00:02:28: Und hast dir eine, sagen wir mal auch neue Zielgruppe nochmal erschaffen oder erreichst sie damit?
00:02:35: Ich kannte dich natürlich schon von deinem Klavierkabarett und deinen Konzerten und ersten Fernsehen.
00:02:41: Da ging es ja noch einmal richtig ab und zwar international!
00:02:45: Das war
00:02:45: so krass, das kommt ja auch niemand an dass sich international so verbreiten würde ein deutscher Zungenbrecher Song.
00:02:53: Wer hätte das
00:02:54: gedacht?!
00:02:55: Ja und das Schöne ist, dass uns quasi nebenbei gelungen ist, solche Vorteile zu widerlegen die man gegenüber Deutschland und den Deutschen ja hiegen kann.
00:03:05: So wie dieses humorlose Volk da mit dieser komisch klingenden Sprache.
00:03:10: Und dann kommen wir und zeigen wie die deutsche Sprache eben auch klingen kann und dass man eine Menge Spaß haben kann.
00:03:17: Das ist ja eine Freude, die sich auch dann überträgt wenn man der deutschen Sprache gar nicht mächtig ist!
00:03:23: Absolut, das merkt man ja auch an den Kommentaren.
00:03:27: Dass die Leute total begeistert sind und dieses Journalieren mit Worten lieben und eben auch diese Kunst darin erkennen, auch wenn sie die Sprache vielleicht gar nicht richtig verstehen
00:03:36: können.
00:03:36: Genau!
00:03:36: Und also die musikalische Kraft, die das ausstrahlt?
00:03:42: Also ich benutze ja Sprache gerne sehr musikalisch... Klangen und Rhythmus sind für mich Parameter.
00:03:50: Nicht nur, dass die Sprache auch was aussagt sondern sie soll bitte auch immer schön klingen.
00:03:53: Sie soll sich gut reimen.
00:03:55: Sie sollen interessant klingen... Das macht es eben interessant!
00:04:00: Und da können halt alle irgendwie andocken.
00:04:03: Also auch wenn du Deutsch nicht kannst, du hörst so das klingt irgendwie cool und das macht Spaß auszusprechen.
00:04:10: Es ging ja sogar soweit, dass Leute gesagt haben ich lerne jetzt Deutsch Ich will wissen was der Typ erzählt.
00:04:16: Es ist ein schöner Ansatz für Leute, denn einfach mal so eine andere Sprache und andere Kultur auch kennenzulernen vielleicht.
00:04:21: Genau!
00:04:21: Und sich damit zu beschäftigen.
00:04:22: Ja,
00:04:22: bin ohne dass ich das beabsichtigt hätte Kulturbotschafter unseres Landes geworden.
00:04:27: Perfekt mehr geht nicht.
00:04:29: Sagen wir, wann hast du gemerkt, dass du die Sprache ... wärst du gerne mit Sprache spielst?
00:04:35: Damit jongliest, mit Worten jonglierst.
00:04:37: Und spracheliebst, die deutsche Sprache liebst?
00:04:40: Ich fand das als Kind schon super.
00:04:41: Also meine Patentante hat glaub ich maßgeblich Diese Freude in mir, die hat mir immer Gedichte geschrieben zum Geburtstag zu Weihnachten.
00:04:51: Ich hab versucht dem nachzueifern und hab dann auch Sachen in Reimformen geschrieben, Gedichte für sie.
00:04:56: Und weiß noch so ewig lange Zeilen wo sich am Ende irgendwann mal was gereimt hat.
00:05:02: Ich weiß noch in einem Weihnachtsgedicht an Sie, reimte ich ... Love me tender auf Christbaum-Ständer, weil mir kein anderer Reim einfiel.
00:05:11: Und jetzt kommt da mal hin von Christbaum Ständer zu Love Me Tender, aber es hat geklappt!
00:05:17: Damals bildeten sich schon so bestimmte Raffineszen raus, dass ich dachte ja man kann ja auch innerhalb einer Zeile reimen und man kann die mehrfach reimen oder doppelt reimen also letztendlich das was Hip Hoppa machen.
00:05:32: In den Augen vieler Kinder, die mich über die Zungenbrecher kennengelernt haben, gelte ich als Rapper.
00:05:37: Also die haben halt die Zungenbrecher Songs entdeckt und haben das in Eltern gezeigt.
00:05:41: hier guck mal voll der coole Rapper und die so.
00:05:44: ja wir kennen ihn auch aber nicht als Rapper!
00:05:47: Das ist ja interessant.
00:05:48: Wie geht's dir denn, wenn du so, ob jetzt ein Freund ist oder Familienkreis wird.
00:05:52: Ist ja immer gerne genutzt auch mal einen kleinen Reim hinzuschmettern?
00:05:56: Ist das dann bei dir auch mal so, dass du da auch mal peinlich berührt bist und denkst also, das hätte man sich auch jetzt sparen können?
00:06:01: Oder sagst du da so viel free?
00:06:03: Also Reim soll jeder mal machen...
00:06:06: Ja ach!
00:06:07: Ich hab selber auch so angefangen.
00:06:09: So entstehen bei mir die Räime ja auch.
00:06:11: Es ist eben so wichtig es halt anfangen.
00:06:14: Und ins Machen kommen Und häufig entstehen... Also, wo fange ich an?
00:06:26: Der Reim, der es dann letztendlich ist oder der Song, der das letztendliche wird.
00:06:31: Das ist ganz selten der allererste Entwurf!
00:06:34: Dann hast du ja irgendwann auch in der Schule, glaube ich, dein erstes Konzert gegeben, ne?
00:06:39: In Wat Schwartau im Gymnasium,
00:06:40: in den Aula.
00:06:42: Mehrfach sogar ... Also bei manchen Schulkonzerten war ich halt dabei, bis sich anfing, eigene zu organisieren.
00:06:50: So mit einem Mitschüler zuerst und dann auch mein erstes eigenes Konzert mit ausschließlich eigenem Repertoire.
00:06:56: das war am sechzehnten November neunzehnundseixundneinzig im Jahr meines Abiturs und seitdem rechne ich.
00:07:02: Das heißt in diesem Jahr jährt sich Also, begehe ich mein dreißigjähriges Bühnebülle.
00:07:08: Das finde ich ja stark!
00:07:09: Dass dieser Auftritt sozusagen wirklich der erste Step war und die erste große Bühnerfahrung für dich hat angefangen.
00:07:16: Und waren das da auch durchweg?
00:07:18: Reimlichkeiten?
00:07:20: Ja also... Die Freude am Wortspiel unter dem Reimen zieht sich seit Anbeginn durch meine Öhrer.
00:07:26: Also das war damals schon vorhanden.
00:07:28: drunter habe ich es nicht gemacht.
00:07:29: Auch wenn mir die Sachen von damals anhört, denke ich auch so, ey krass!
00:07:35: Da wollte ich's wirklich wissen, damals schon.
00:07:37: Wie würdest du deine Schulzeit so beschreiben in Bad Schwartau?
00:07:41: Ähm
00:07:43: ... Also es war schwierig für mich in Bad Schwarto anzukommen weil ich halt meinen ganzen Freundeskreis in Rheinweg zurücklassen musste und ...
00:07:52: Und wie viele Jahren bist du hingezogen nach Bad Schwartow?
00:07:54: Mit acht!
00:07:55: Mit acht oder neun also... Schwieriges
00:07:57: Alter für so einen Umzug.
00:07:57: Ja,
00:07:58: also ich kam dann in die vierte Grundschulklasse nach Bad Schwarta und war da halt erst mal fremd und so.
00:08:05: Das war schwierig.
00:08:06: Auf dem Gymnasium ging's, da hab ich dann ja auch einen völlig neuen Freundeskreis kennengelernt und ich bin gerne zur Schule gegangen auf die Grundschule nicht aber aufs Gymnasiums in Bad Schwater.
00:08:18: das fand ich eine tolle Zeit.
00:08:19: also ich hatte auch tolle Lehrerinnen und Lehrer und habe mich da sehr wohlgefühlt.
00:08:24: Ich war vor ein paar Jahren mal wieder da im Leibniz-Gymnasium Und es war echt schön da nochmal so durchzulaufen und in Erinnerung zu schwägen So, und überhaupt ist schon geil in Norddeutschland zu wohnen.
00:08:36: Also du nimmst ja Sachen so als selbstverständlich hin.
00:08:39: Man fährt halt nach der Schule nochmal an die Ostsee ... weil die ja um die Ecke ist.
00:08:44: Genau!
00:08:44: Und was für ein Privileg nach der Schule an die Osssee fahren zu können?
00:08:49: Andere Leute fahren in Urlaub her, um an die Ossee fahren zu kann... und wir haben das mal nach der schule gemacht
00:08:55: Ja.
00:08:56: Und dann wenn man noch Hamburg vor der Tür hat, ich finde die Großstadt und dann dieses Man kann wieder zurückkommen aufs Land.
00:09:01: So hat er auch wieder sein Land leben oder seine Nord- und Ostsee oder so.
00:09:04: das find' ich eine tolle Kombination.
00:09:05: also dass man das Urbane hat und das andere eben auch.
00:09:09: Jetzt ist ja der Rhababa aber sehr lustig.
00:09:15: Aber du bist ja auch wirklich sehr sehr kritisch in deinen Liedern.
00:09:18: Du nimmst ja vieles oder unter die Lupe, also die politische Lage.
00:09:25: Du bist auch sehr melancholisch in vielen Dingen.
00:09:28: Vieles ist entstanden.
00:09:29: Also vieles in deiner Kunst so habe ich es zumindest gelesen.
00:09:32: Auch manchmal was jetzt auch Liebe angeht zum Beispiel aus nicht erwiderter Liebe
00:09:37: sind die meisten Songs ausgestanden ja.
00:09:39: Aus diesem Unglück entsteht ja meist ganz viel Kunst ne?
00:09:42: Ich glaube ohne das werden auch die größten Liebesongs niemals entstanden wahrscheinlich.
00:09:46: Wahrscheinlich.
00:09:48: Ist das so gewesen, dass du dich dann immer in einem Tief hingesetzt hast und hast angefangen zu schreiben oder zu dichten?
00:09:58: Nee.
00:09:59: Also ich glaube es geht erst wenn man sich schon ein bisschen wieder raus bewegt.
00:10:04: Am Anfang hast du ja auch häufig gar keine Worte für das was dir da widerfahren ist sondern bist da völlig paralysiert.
00:10:11: Und damit fängt's ja an... also wenn Du Texte schreiben willst brauchst Du ja Worte!
00:10:16: Und das ist ja auch ein Akt der Reflexion.
00:10:18: Was war da eigentlich?
00:10:19: Wie geht es mir eigentlich, was ist da eigentlich vorgefallen und dem dann eine schöne Form, eine ästhetische Form zu geben also in Reimformen zu bringen.
00:10:29: Das hilft mir auch.
00:10:30: Also wenn man Saalopp gesagt hat die Scheiße in was Schönes verfandeln, das ist für mich halt einen... daraus ziehe ich ganz viel Trost.
00:10:38: Du
00:10:39: hast ja sehr viel verarbeitet in den Liedern zum Beispiel auch die Trauer über den sehr frühen Tod deiner Schwester, Christine.
00:10:49: Zu trauern?
00:10:49: Gelernt hast du eigentlich erst später darüber.
00:10:51: also das heißt die ... Sie ist gestorben da war sie nicht mal ein Jahr alt.
00:10:56: Ein Monat und einen Tag.
00:10:59: Und ich denke mal als wie alt warst du da?
00:11:03: Drei Gut Wahrscheinlich gar nicht so in der Präsenz wirklich wahrgenommen, aber natürlich in Erzählungen und Beschäftigungen rückbetrachtend dann wahrscheinlich irgendwann nochmal sich das Thema vorgenommen.
00:11:13: Wann war das?
00:11:13: Und wie kam es dazu dass du dich noch mal so intensiv mit dem Thema beschäftigt hast?
00:11:20: Also ich war halt lange damit beschäftigt auch als Kind zu versuchen meine Mutter zu trösten weil die natürlich sehr darunter gelitten hat.
00:11:30: also ich bin nach der Trennung meiner Eltern bei meiner Mutter aufgewachsen die Trauer meiner Mutter eben miterlebt.
00:11:38: Und war viel später erst selber in der Lage, um meine Schwester zu trauern.
00:11:48: und da kehrte es sich zum ersten Mal um.
00:11:50: also dass meine Mutter mich versucht hat zu trösten und Meditränen kamen als sie mich besuchten in Berlin.
00:11:56: wir saßen in irgendeinem Café am Gendarmmarkt was man mit den Eltern so macht wenn sie zu Besuch kommen.
00:12:01: und dann übermante mich die Traur um meine Schwestern Und das habe ich total genossen, das endlich mal empfinden und rauslassen zu können.
00:12:14: Und meine Mutter war dann in der hilflosen Position, dass sie halt auch sagte ja aber es ist jetzt auch wirklich lange her.
00:12:20: Das ist aber nicht der Punkt!
00:12:23: Und entscheidend war für mich die Erkenntnis kein Einzelkind zu sein denn immer wenn man mich gefragt hat ob ich noch Geschwister hätte Hab ich gesagt, nein.
00:12:31: Ich bin Einzelkind.
00:12:33: Dass ich irgendwann geschmallt hab ... Stimmt ja gar nicht!
00:12:37: Und das war so eine frappierende Erkenntnis.
00:12:39: Weil auch wenn ich meine Schwester nie kennengelernt habe sie dazu geführt hat dass ich mich nicht mehr so alleine fühle.
00:12:46: also das hat wirklich was mit mir gemacht.
00:12:48: es hat ein Hebel rumgelegt und Mit diesen Worten endet auch der stück.
00:12:54: ich habe eine schwester die ist zwar nicht mehr hier aber sie ist da
00:13:03: Das sitzt.
00:13:04: Und vor allem sich die Zeiten zu nehmen oder überhaupt mal zu dem Punkt zu kommen, dann auch darüber zu trauern und zu weinen?
00:13:10: Wir
00:13:11: haben das Lied vor gar nicht allzu langer Zeit auf YouTube veröffentlicht.
00:13:15: Und was die Leute in den Kommentaren schreiben zerreißt einem wirklich das Herz.
00:13:20: Also man rechnet ja erstmal nicht so etwas im Liedformen da gereicht zu bekommen.
00:13:26: Das passiert sehr selten also auch in dieser Konkretion Und auch Leute, die zu mir ins Konzert kommen rechnen damit erst mal nicht.
00:13:34: Die denken Bodo Wadke ist dieser witzige Reimetyp da hinten.
00:13:37: Das stimmt ja auch aber das ist eben nur ein Teil der Wahrheit.
00:13:40: und dass Menschen einen Kind verlieren oder einen nahestehenden Menschen, das passiert gar nicht so selten.
00:13:49: also es gehört zum Leben.
00:13:50: Es passiert früher oder später uns allen.
00:13:57: Ich habe ganz schönes Feedback bekommen von den Leuten die Konzerte besuchen wie auch in den Kommentarspalten zum Beispiel auf YouTube, dass manche die etwas Ähnliches erlebt haben sich zum ersten Mal gesehen und ernst genommen fühlen in ihrer Trauer.
00:14:13: Und auch zum ersten mal überhaupt in Kontakt mit ihrer eigenen Trauer geraten.
00:14:21: also da schrieben Leute so jemand schrieb hier ich bin über achtzig und jetzt aufgrund des Liedes das erste Mal in der Lage um meinen Bruder zu trauern und das finde ich so schön.
00:14:33: Das hätte ich auch nie gedacht, dass das Lied so etwas bewirken kann.
00:14:36: Das war gar nicht meine Absicht.
00:14:38: also es ging mir vor allem darum meiner eigenen Trauer eine Form zu geben und ja... Also gerade dieses Lied, so viel Gemeinschaft stiftet und anscheinend so viel Gutes bewirkt, das rührt mich total.
00:14:51: Jetzt wieder zum Reim!
00:14:53: Inwieweit ist das so wenn du jetzt sagst du bist im Urlaub?
00:14:56: Und bis unterwegs Kannst du da richtig abschalten oder bist du ständig auch im On und denkst, darüber müsste ich was schreiben?
00:15:03: Oder stehst du beim Bäcker und hörst zu.
00:15:05: Was reden die Leute?
00:15:07: Das ist so Input für dich und deine Kreativität?
00:15:09: Oder schaffst du es auch abzuschalten?
00:15:12: Na ja, Ideen kommen meistens dann wenn es mir gelingt, abzusschalten.
00:15:17: Also das ist eigentlich total kontraproduktiv.
00:15:19: also ich bin... Urlaub ist eigentlich die kreativste Zeit in dem Moment wo ich die Rübe frei hab mich nicht mit alltäglichen Problemen beschäftigen muss, schaffe ich damit automatisch den Nährboden auf dem Ideen erblühen können.
00:15:35: Also, Ideen zu haben, sie zu sich kommen zu lassen und ihnen nachgehen zu können – das ist halt der größte Luxus!
00:15:40: Und das habe ich am ersten dann wenn ich frei habe.
00:15:44: also es ist so die inspirierendste Zeit.
00:15:49: Wie machst du das?
00:15:50: Hast du denn eine Notizen-App und schreibst dir Dinge auf, ja.
00:15:54: Auf der Sonnenliege oder irgendwie beim Wandern ... Genau
00:15:58: so!
00:15:59: Ja also ich hatte früher halt immer einen Ringbuch, den er viel kariert dabei.
00:16:03: So inzwischen tippe ich dann alles ins Handy
00:16:06: Und dann nimmst du es mit und geht's aber an die Arbeit.
00:16:08: Wie ist da deine Haltung?
00:16:11: Es gibt viele, die haben grad.
00:16:12: wenn sie ins Kreativität sind, dann wird das richtig anstrengend.
00:16:17: Man rennt auch gerne noch mal vor der Fleißarbeit weg.
00:16:21: Das ist ja Fleiß-Arbeit, was du da machst.
00:16:22: Diese Reimkultur muss man sich auf dem Hosenboden setzen und wirklich arbeiten.
00:16:29: Wie ist deine Haltung zu dieser kreativen Arbeit dann?
00:16:35: Ich mach's mir selber nicht leicht.
00:16:37: Dadurch dass ich möchte, dass es sich immer sehr schön und ausgecheckt reimt ... Und dadurch, dass ich denke, das geht bestimmt besser.
00:16:44: Dass ich mich mit Zeilen nicht zufrieden gebe mit denen andere sich längst schon zufrieden gegeben hätten.
00:16:50: Deswegen hab ich ja mit zeitgenössischer Deutschsprachiger Pop und Rapmusik auch so meine Probleme, weil ich denke das reimt sich alles nicht!
00:16:56: Setz' euch
00:16:57: hin geht euch mehr Mühe, das kann ja wo die
00:16:59: Wahr sein?
00:17:00: Wieso
00:17:00: seid ihr mir so weit
00:17:01: zufriedEN?!
00:17:03: Und... Das ist ja letztendlich eine Geschmackssache.
00:17:06: man muss das ja nicht so machen wie ich das mach aber mir macht das ja Spaß.
00:17:13: also ich äh..das is für mich Also eine sportliche Herausforderung und auch ne ästhetische Befriedigung.
00:17:22: Es zu schaffen, es zum Meistern und das wirklich so auf den Punkt zu bringen dass ich das BAM auch noch richtig gut halte Und das ist eigentlich getragen von Freude also manchmal natürlich auch von Frohn und Pein So wenn du
00:17:37: Wie ein Hausarbeiter auch ein bisschen.
00:17:39: Ja,
00:17:39: vor allem wenn du das nicht schon so gut wie fertig hast.
00:17:41: und dann ist da diese eine Zeile wo du denkst, die musst du noch und ich kann doch jetzt nicht und das kann schon sein dass sich dann mich wirklich in was festbeißen.
00:17:52: aber auch das Beste was man da machen kann ist loslassen So und es und dann wirklich lassen denn kein Spaß mehr macht etwas anderes machen und dann kommt's am nächsten Tag zu dir.
00:18:02: Das ist aber auch nur eine Phase des künstlerischen Prozesses.
00:18:04: Die andere Phase ist, das dann natürlich alles in ne Form zu bringen und zu üben.
00:18:09: Und gerade im jüngsten Programm mache ich Sachen, die sind echt schwer!
00:18:13: Also... Ich war begeistert von der Idee.
00:18:16: So ey, ich spiele mehrere Instrumente gleichzeitig.
00:18:18: Ich spiele nicht nur Klavier sondern pass mal auf!
00:18:19: Ich spiel hier mit dem linken Fuß auch noch ein Bass Drum und mit dem rechten Näschen.
00:18:22: Ja und dann spiele ich ja noch ne Orgel.
00:18:25: Also pro Gliedmaße mindestens einen Instrument.
00:18:28: Und das witzig und da klingt es voll geil üben.
00:18:32: Das ist aber schwer!
00:18:35: Ich habe richtig lange gebraucht, das zu meistern.
00:18:38: Aber in dem Moment wo du das dann kannst bist du auch entschädigt für die ganze Ruhe auf den Weg dorthin.
00:18:45: Dann kannst du das und macht das hat auch richtig Spaß.
00:18:48: Und den einen Reim zu finden der es dann auf den Punkt bringt, entschälte ich dich alles vorher, für alle Irrewege die du gegangen bist.
00:19:02: Und deswegen ist meistens der künstlerische Prozess bei mir getragen von Freude und Neugier.
00:19:13: Wem stellst du deine neuesten Ideen vor oder das Produkt dann, dass du geschaffen hast?
00:19:17: Alle nicht bei drei auf dem Baum sind.
00:19:20: Ja
00:19:20: genau.
00:19:22: Also natürlich vor allem meinem Kompagnon- und Regisseur und Freund Sven mit dem ich meinen Laden zusammen schmeiße so der ist meistens die erste der das hört wobei sich da herausgestellt hat.
00:19:34: also ich kenne ja seinen Geschmack und ich weiß was er gut findet und etwas nicht.
00:19:38: und da es immer ganz gut ihn die Sachen erst zu präsentieren, wenn sie schon gewissen Fertiggrat erreicht haben.
00:19:51: Also wenn so formbare Masse zum Kneten da ist und wenn ich selber auch schon eine Haltung dazu entwickelt habe weil er sehr kritisch ist und das kann einem manchmal auch ein bisschen den Wind außensegel nehmen.
00:20:10: Ja, aber das gibt doch nicht so richtig Sinn.
00:20:12: Aber es reibt nicht so schön!
00:20:17: Hast du mit deinem... Entschuldigung?
00:20:19: Und da eben etwas zu finden was sie eben nicht nur schön rein, sondern auch noch innerlich auf den Punkt bringt, was du sagen willst.
00:20:29: Also das ist ja das Endziel und da sind wir uns dann auch einig.
00:20:32: also am Ende sind wir immer an einem Punkt wo wir beide sagen ja so ist geil Das darf jetzt aus Publikum losgelassen werden.
00:20:44: Schafe Kritiker sind ja auch die eigenen Kinder, wie ist es bei deinem Sohn?
00:20:46: Wenn du dem was vorspielst oder machst das gar nicht?
00:20:50: Doch, das mache ich auch.
00:20:51: also er ist von vielen relativ unbeeindruckt denkt man
00:20:57: immer so.
00:20:58: aber das scheint Spuren zu hinterlassen weil er dann selber auch auf Ideen und doch Witze kommt wo ich denke... Und ganz schön smart.
00:21:06: Dann fängt er da an zu rappen und auch an zu freestylen, so als der klein war.
00:21:12: Hat er sich mal mit meinem Handy gefilmt ... Ich hab das zufällig entdeckt auf meinem Handy.
00:21:16: Das ist das.
00:21:19: Hier guck mal, Jena!
00:21:20: Und dann war er da so am rappen- und freestyle zu werden die Sonne scheinen.
00:21:24: Finde ich das voll schön.
00:21:26: Da treff' ich mich mit meinen Freunden.
00:21:30: Und da war der fünf oder so.
00:21:31: Also super niedlich.
00:21:34: Oder neulich erzählt er mir einen Witt, den er sich selber ausgedacht hat.
00:21:37: Wo ich auch dachte, ey das ist ja total schlau!
00:21:40: Und zwar im dritten Teil von Star Wars, der er mit einem Kumpel gesehen hat... Da wird ja Maze Windu, der Jedi-Ritter von Anakin Skywalker zur Strecke gebracht und zwar ... Ich hab den Film damals im Kino gesehen, ich weiß es gar nicht mehr so ganz genau.
00:21:59: Er wird irgendwie so mit der Macht so weggeschleudert aus dem Fenster vom Jedi-Tempel.
00:22:04: Und dann sagte Hanno zu mir, Maze Window flow out of the window, er trägt die Ursache seines Todes bereits in seinem Nachnamen.
00:22:16: und ich dachte Alter es ist auf mehreren Ebenen krass.
00:22:20: erstens
00:22:21: Englisch Mein
00:22:22: zweites Wortspiel, drittens Vollschlau.
00:22:26: Mein Sohn!
00:22:28: Großartig, großartig.
00:22:30: Du hast selbst mal gesagt, dass deine Kindheit nicht ganz so einfach war oder du nicht eine schöne Kindheit hattest?
00:22:35: Ist das richtig
00:22:37: zitiert?
00:22:37: Ja, aber mir wurde natürlich auch über viele Sachen nicht gesprochen und meine Eltern haben sich getrennt auf nicht besonders freundliche Art und Weise.
00:22:48: Ich bin bei meiner Mutter dann aufgewachsen, weil ich mit meinem Vater auch nichts zu tun haben wollte.
00:22:55: Also meine Mutter hat mir eben halt immer erzählt der wär böse und als Kind glaubst du das ja?
00:23:01: Und bist nicht in der Lage das irgendwie differenziert zu betrachten.
00:23:04: und dadurch habe ich es viel viel später erst wieder den Kontakt zu meinem Vater gesucht und hergestellt und hatte in den entscheidenden Jahren meiner Kindheit und Jugend keinen Vater.
00:23:13: und das finde ich schon sehr sehr grausam.
00:23:17: so also dass mir mein Vater da so geraubt wurde.
00:23:20: Das ist ja auch, man spricht von einer schweren Form des seelischen Missbrauchs und sein Kind zu instrumentalisieren um dem Ex-Partner eins auszuwischen das finde ich ganz ganz kacke.
00:23:32: also da habe ich sehr drunter gelitten und tue das auch noch.
00:23:36: Ich konnte ... ich hab einen guten Kontakt zu meinem Vater wieder herstellen können Auch am Ende seines Lebens.
00:23:41: bein der Eltern sind inzwischen verstorben.
00:23:44: Also eine alles negative wurde dann meinem Vater zugeschrieben.
00:23:47: das hast du von deinem Vater.
00:23:54: Das war scheinbar der Auslöser, nachdem meine erste Freundin sich von mir getrennt hatte.
00:23:58: Mal ganz bewusst den Kontakt zu meinem Vater gesucht hier in Hamburg und habe mit ihm getroffen und hab ihn gefragt, sag mal, dies und jenes was meine Mutter über dich erzählt.
00:24:08: Stimmt das?
00:24:09: Hast du das so
00:24:10: gesagt?".
00:24:11: Und er hat sich dem gestellt.
00:24:14: Das hab ich gesagt, das tut mir auch leid.
00:24:16: In der Situation wusste ich mir nicht anders zu helfen.
00:24:21: Aber vorher hat deine Mutter dies und jenes zu mir gesagt ... Und das war halt noch viel krasser!
00:24:26: Und das hatte mir meine Mutter natürlich nie erzählt.
00:24:30: Also auch richtig niederträchtig und gemein.
00:24:32: Ich dachte ach du Herr Jemini?
00:24:34: So also dann musste ich irgendwie erkannt okay ich find's nicht cool wie mein Vater reagiert hat aber ich kann es verstehen Und das hat das Ganze dann wirklich mal so zurechtgeruckelt.
00:24:49: Ich hab dann eben realisiert, mein Vater ist gar nicht der als den meine Mutter ihn immer hingestellt
00:24:55: hat.
00:24:56: Das war da immer so die Directors Cut?
00:24:58: Hast du mir die ganze Geschichte gehört also von beiden Seiten?
00:25:01: Ja weiß ich musste
00:25:02: halt Anfang Mitte zwanzig Jahren um auf diese Idee zu kommen und um diesen Schritt zu gehen.
00:25:06: aber Gott sei Dank habe ich das gemacht.
00:25:08: Und dadurch bist Du auch sozusagen fein gewesen.
00:25:12: dann zum Schluss, als er dann verstorben war.
00:25:16: Warst du noch bei ihm?
00:25:17: Ja also er ist in Corona zur Coronazeiten verstorbt an einem Lungentumor und in der Zeit habe ich mich viel um ihn gekümmert.
00:25:28: Da war nämlich seine Frau meine Stiefmutter mit dem anderen befunden im Krankenhaus und dann hab' ich bei ihm gewohnt für ihn gekocht und so seinen Hausherr-Anschluss gehalten, also Hausmeister quasi.
00:25:42: Und hab einfach viel Alltag mit ihm verbracht wie in so einer Buddy-WG.
00:25:46: Ja?
00:25:47: Und hab mit ihm Fern gesehen und mich über Sachen mit ihm auseinander gesetzt und so das ... Einfach ein bisschen Zeit, gemeinsame Zeit nachzuholen, das war total gut.
00:25:56: Vor allem der war auch kein einfacher Mensch aber ich habe halt in der Zeit gelernt ihnen zu nehmen, wie er war.
00:26:03: Also Das erste Mal, als ich da war, hab ich mich häufig über ihn aufgeregt und dachte, oh, wieso ist der so?
00:26:12: Wieso machten er das?
00:26:13: Oh!
00:26:15: Also es endete damit, dass er mir irgendwie am Ende der Zeit ... Ich war mehrere Wochen da.
00:26:20: Und das ging ja auch, ne Corona sei Dank.
00:26:22: Ich konnte nicht auf Tour gehen, ich hatte Zeit.
00:26:24: Mhm.
00:26:24: So... Also das hatte total was Gutes, dass das möglich war.
00:26:30: Naja, dann drückte er an mir am Schluss der ersten paar Wochen die ich da waren So ein Brief im Schlag mit Geld in die Hand, damit du noch mal wieder kommst.
00:26:37: Und ich sagte so ey... Du musst mir doch kein Geld geben!
00:26:41: Das ist doch selbstverständlich dass ich komme es und ich dachte dann auch, also mir würde das schon reichen wenn er einfach mal Danke sagen würde.
00:26:48: Das hat er nämlich nie gemacht.
00:26:50: Okay.
00:26:51: Also ich und ich dacht zumindest nimmt der das alles als Selbstverständlichen.
00:26:54: So und dann habe ich im Nachgang erst geschnallt ja okay das ist seine Form danke zu sagen.
00:27:01: Also dass er es nicht sagt, heißt nicht, dass er's nicht empfindet.
00:27:04: Und da bringt das anders zum Ausdruck auf sehr wehrter Art und Weise ... Aber so ist vielleicht auch in der Generation.
00:27:14: aber für ihn ... War das
00:27:15: seine Wertschätzung?
00:27:17: Genau!
00:27:17: Da konnte ich so ... Das hat auch einen Schalter umgelegt in mir.
00:27:20: Dass ich gemerkt hab, mein Vater spricht eine andere Sprache als ich.
00:27:24: Ich fange an die zu
00:27:25: verstehen.
00:27:26: Er kümmert sich anders.
00:27:27: So,
00:27:28: genau.
00:27:29: Und dann konnte ich mit einem ganz anderen Gefühl das zweite Mal hinfahren, als ich wieder ein paar Wochen und Monate bei ihm war.
00:27:35: Und mich um ihn gekümmert habe ... Also er war derselbe Typ!
00:27:40: Aber ich konnte das ganz anders einordnen.
00:27:43: Das hat auch total gut getan zu merken.
00:27:45: Ich muss nicht darauf warten dass mein Vater sich ändert hoffentlich irgendwann sondern ich hab es geschafft auch ohne erst mir vorgenommen zu haben in mir selber was zu ändern nämlich die Sicht auf ihn Und das hat mich total entspannt.
00:27:59: Ich bin bedankbar für diese Zeit, die wir noch zusammen haben konnten.
00:28:03: Wie
00:28:03: hat deine Mutter darauf reagiert, dass du den Kontakt wieder aufgenommen hast zu deinem Vater?
00:28:09: Das war im Anfang natürlich erst mal suspekt aber ich hab das durchgezogen.
00:28:13: also Weihnachten war ich dann immer heilig ab bei ihr am ersten Weihnachtsfeiertag bei ihm und am zweiten Weihnachts feiertag war meiner Tante.
00:28:24: Die wohnen auch im Norden in Plönen Und da kam halt immer so ein Großteil der Verwandtschaft zusammen.
00:28:30: Du bist natürlich, wenn du als Kind da bist dann auch immer wieder in der Rolle des Kindes.
00:28:35: Das sind ja alle mit am Struggeln also da kommt ja keiner raus und das hab ich meistens nicht länger als einen Tag aushalten können.
00:28:46: So war dann immer ganz froh zu meiner Tat.
00:28:49: So endlich normale Leute!
00:28:51: Hatte das denn eine Leichtigkeit?
00:28:53: Ist sie so ne richtige Norddeutsche?
00:28:57: Ab wann ist man ein richtiger Norddeutscher?
00:29:01: Das Interessante ist ja, warum sind unsere Eltern so wie sie sind.
00:29:07: Weil sie die Kinder ihrer Eltern sind und die waren im Krieg und mussten damit irgendwie klarkommen und sich irgendwie verhalten.
00:29:17: Meine Familie Mütterlicherseits hat halt auch eine Fluchtgeschichte.
00:29:23: Die Familie wurde zerrissen, meine Mutter ist eins von fünf Kindern gewesen.
00:29:28: Meine Tante ist vom Gemüt her anders als meine Mutter und die Ficht fiel es nicht so an was meine Mutter halt total persönlich genommen hat.
00:29:42: Also völlig unterschiedliche Menschen.
00:29:44: also man hatte mal gemerkt das sind Schwestern aber diese sind so anders also die reagieren so anders auf Dinge Und da ist jetzt schwer zu sagen, okay.
00:29:53: Warum isst die eine so und die andere so?
00:29:55: Denn die waren beide in der gleichen Situation... ...und die Eine ist eben so damit umgegangen und die Andere so.
00:30:01: Bei den Einen hat das Spuren hinterlassen und bei anderen nicht.
00:30:04: Jetzt bist du selber Papa!
00:30:06: Hast Du ja gesagt wie kannst Du denn Deine Erfahrung, die Du gemacht hast und Gott will nicht für Deine Kinder in die Wiederholung schicken möchtest.
00:30:14: Wie machst Du das?
00:30:15: Bist Du... Ständig in der eigenen Überprüfung?
00:30:19: mache ich das jetzt richtig, frage ich genügend nach.
00:30:21: Wie geht es dir?
00:30:25: Wie gehst du damit um ein anderer Vater zu werden als deinem Vater vielleicht für dich
00:30:30: war?".
00:30:32: Ja... Ich frag meinen Kind das ziemlich häufig, wie's ihm geht.
00:30:38: Seine Antworten werden auch differenzierter also ist jetzt zehn.
00:30:41: Er sagt natürlich meistens ja gut aber jetzt kann er dann besser artikulieren wenns ihm nicht so gut geht.
00:30:48: Auch die Mutter von ihm und ich sind nicht mehr zusammen, aber ich würde da nicht vom Ende einer Beziehung sprechen.
00:30:54: Also wir haben halt keine Liebesbeziehungen mehr, wir haben aber ja immer noch eine älterliche Beziehungs- beteinander.
00:31:00: also selbst wenn das eine endet ist das andere auch noch da, das darf man nicht vergessen!
00:31:04: Und wir haben nach wie vor Bock bei der Eltern unseres Sohnes zu sein und fahren auch zusammen in Urlaub regelmäßig sehr unkompliziert und da bin ich Gott froh, dass das geht.
00:31:18: Dass meine Ex-Partnerin nicht so gestrickt ist wie meine Mutter.
00:31:23: Und nicht von Rache gelöst und durchdrungen ist und versucht mir das Leben zur Hölle zu machen sondern total kommunikativ, kooperativ... Ja, und wir haben einige Leute im Freundeskreis bei denen das so ist die wir zu Beginn immer beneidet haben.
00:31:43: Und so dachten wenn sie uns hier trennen dann werden wir auch nicht so cool wie die.
00:31:47: Und sind es geworden!
00:31:49: Jetzt wieder zum Reim in Wiewald.
00:31:51: ist das so?
00:31:51: wenn du jetzt sagst du bist im Urlaub und bis unterwegs Kannst du da richtig abschalten oder bist du ständig auch im On und denkst, darüber müsste ich was schreiben?
00:32:01: Oder stehst du beim Bäcker und hörst zu.
00:32:03: Was reden die Leute?
00:32:05: Das ist so Input für dich und deine Kreativität?
00:32:07: Oder schaffst du es auch abzuschalten?
00:32:10: Na ja, Ideen kommen meistens dann wenn's mir gelingt, abzusschalten.
00:32:16: Also das ist eigentlich total kontraproduktiv.
00:32:18: also der Urlaub ist eigentlich die kreativste Zeit.
00:32:23: in dem Moment wo ich die Rübe frei hab mich nicht mit alltäglichen Problemen beschäftigen muss, schaffe ich damit automatisch den Nährboden auf dem Ideen erblühen können.
00:32:33: Also Ideen zu haben, sie zu sich kommen zu lassen und ihnen nachgehen zu können das ist halt der größte Luxus und das habe ich am ersten dann wenn ich frei habe.
00:32:42: also es ist so die inspirierendste Zeit.
00:32:47: Wie machst du das?
00:32:49: Hast du denn eine Notizen-App und schreibst dir Dinge auf, ja.
00:32:52: Auf der Sonnenliege oder irgendwie beim Wandern ...
00:32:56: Genau so!
00:32:57: Ja also ich hatte früher halt immer einen Ringbuch, den auf hier kariert dabei.
00:33:01: Und inzwischen tippe ich das dann alles ins Handy.
00:33:04: Und dann nimmst du es mit und dann geht's aber an die Arbeit.
00:33:07: Wie ist da deine Haltung?
00:33:09: Es gibt viele, die haben grad wenn sie ins Kreativität, dann wird das richtig anstrengend.
00:33:16: Man rennt auch gerne noch mal vor der Fleißarbeit weg.
00:33:19: Das ist ja Fleiß-Arbeit, was du da machst.
00:33:21: Diese Reimkultur muss man sich auf dem Hosenboden setzen und wirklich arbeiten.
00:33:27: Wie ist deine Haltung zu dieser kreativen Arbeit dann?
00:33:33: Ich mach's mir selber nicht leicht.
00:33:35: Dadurch dass ich möchte, dass es sich immer sehr schön und ausgecheckt reimt ... Und dadurch, dass ich denke, das geht bestimmt besser.
00:33:43: Dass ich mich mit Zeilen nicht zufrieden gebe mit denen andere sich längst schon zufrieden gegeben hätten.
00:33:48: Deswegen hab ich ja mit zeitgenössischer Deutschsprachiger Pop und Rapmusik auf so meine Probleme, weil ich denke ... Das reimt sich alles nicht!
00:33:55: Setz'
00:33:55: euch hin, geht euch mehr Mühe, das kann ja wo die Wahr sein?
00:33:58: Wieso seid ihr mit so was
00:33:59: zufriedenen?!
00:34:01: Ähm... Ja oder anders gesagt also es gibt Kolleginnen und Kollegen Die verortnen sich selber so kreativ.
00:34:07: Zeiten Also die definieren Zeitraum so da In der Woche fahre ich darunter hin Und schreib dann mein neues Album Und ich bewundere das sehr.
00:34:18: Ich kann das nicht, weil Ideen bei mir nicht dann kommen ... Auf Knopfdruck?
00:34:24: Wenn ich Ihnen sag so in der Woche könnt ihr kommen, sondern Sie kommen halt wenn sie Bock haben und Sie kommen meistens dann, wenn ich gar nicht damit rechnen oder eigentlich was anderes mache als zum Beispiel gerade im Urlaub bin oder sonstwo, dann kommen auf einmal Ideen.
00:34:35: Ich empfinde das aber als beglückend, wenn Sie eben zufällig kommen also wenn Sie mir zufallen.
00:34:41: Ich hörte neulich eine tolle Definition von Zufall, es fällt dir zu in dem Moment wo's fällig wird.
00:34:46: Oh
00:34:47: ja?
00:34:47: Und das kann ich unterschreiben und da sag' ich so ist genauer, so fühlt sich das an!
00:34:51: Also die Ideen nicht krampfhaft zu suchen sondern sie zu dir kommen zu lassen und zu finden wenn Sie in Erscheinung treten Wenn Sie kommen wollen.
00:35:03: und dass so laufen zu lassen Kann auch unter Druck arbeiten, das macht aber nicht so viel Spaß.
00:35:11: Und es ist nicht notwendig weil ich genügend Ideen habe.
00:35:16: Das ist aber nur eine Phase des künstlerischen Prozesses.
00:35:18: Die andere Phase ist natürlich alles in Form zu bringen und zu üben.
00:35:24: Gerade im jüngsten Programm mache ich Sachen, die sind echt schwer!
00:35:27: Ich war begeistert von der Idee.
00:35:30: So, ey ich spiele mehrere Instrumente gleichzeitig.
00:35:32: Ich spiele nicht nur Klavier sondern pass mal auf!
00:35:33: Ich spiel hier mit dem linken Fuß auch noch eine Bass Drum und mit dem rechten ist ein... Ja dann spiele ich ja noch ne Orgel!
00:35:39: Also pro Gliedmaße mindestens ein Instrument Und das witzig und da klingt es voll geil und hab dann gemerkt beim Üben Das is aber hammer schwer Ey.
00:35:49: oh also ich habe richtig lange gebraucht dass zu meistern.
00:35:53: In dem Moment, wo du das dann kannst, bist du auch entschädigt für die ganze Fron auf den Weg dorthin.
00:35:59: Dann kannst du das und dann macht das halt auch richtig Spaß!
00:36:03: Und den einen Reim zu finden, der es dann auf den Punkt bringt, entschälte ich dich auch für alles vorher.
00:36:13: Für alle Irrwege, die du gegangen bist ja... Meistens der künstlerische Prozess bei mir getragen von Freude.
00:36:24: Freude und Neugier!
00:36:27: Wem stellst du deine neuesten Ideen vor?
00:36:29: oder das Produkt dann, dass du geschaffen hast?
00:36:32: Alle
00:36:32: nicht bei drei auf dem Baum sind.
00:36:34: So
00:36:34: hören wir zu, jetzt musst du da her, genau.
00:36:37: Also natürlich... Vor allem meinem Kompagnon- und Regisseur und Freund Sven mit dem ich meinen Laden zusammenschmeiße.
00:36:44: Der ist meistens die erste, der das hört Wobei sich da herausgestellt hat, also ich kenne ja seinen Geschmack und weiß was er gut findet.
00:36:53: Da ist es immer ganz gut ihm die Sachen erst zu präsentieren wenn sie schon gewissen Fertiggrad erreicht haben Also wenn so formbare Masse zum Kneten da ist Und wenn ich selber auch schon eine Haltung dazu entwickelt habe, weil er sehr kritisch ist.
00:37:17: So und das kann einem manchmal auch so ein bisschen den Wind außensegel nehmen.
00:37:21: Weil er... Also wie ist es so?
00:37:23: Er sagt ja aber da gibt's doch nicht so richtig Sinn und ich sage aber es reibt sich so schön!
00:37:32: Wolltest du mit deinem... Entschuldigung.
00:37:33: Ja
00:37:33: und da dann eben also etwas zu finden was sie eben nicht nur schön rein sondern auch noch innerlich auf den Punkt bringt, was du sagen willst.
00:37:43: Also das ist ja das Endziel und da sind wir uns dann auch einig.
00:37:46: also am Ende sind wir immer an einem Punkt wo wir beide sagen so ist geil!
00:37:54: Das darf jetzt aus Publikum losgelassen werden.
00:37:58: Schafe Kritiker sind die eigenen Kinder wie es ist bei deinem Sohn wenn du dem was vorspielst oder machst du das gar nicht?
00:38:04: Doch das mache ich auch.
00:38:05: er ist von vielen relativ Unbeeindruckt denkt man immer so, aber das scheint Spuren zu hinterlassen weil er dann selber auch auf Ideen und auf Witze kommt wo ich denke
00:38:17: geil.
00:38:19: Und ganz schön smart.
00:38:20: und dann fängt der da an zu rappen und auch an zu freestylen und so.
00:38:24: also schon als er ganz klein war hat er sich mal mit meinem Handy gefilmt.
00:38:29: Ich habe das zufällig entdeckt auf meinem Handy.
00:38:30: Das ist das.
00:38:33: Hier guck mal, Jena!
00:38:34: Und dann war er da so am Rappen und Freestyle zu werden.
00:38:37: die Sonne scheint, finde ich das voll schön.
00:38:40: Da treffe ich mich mit meinen Freunden ... Und da war der Fünf oder so.
00:38:46: Also super niedlich.
00:38:48: Neulich erzählte mir einen Witt, den er sich selber ausgedacht hat, wo ich auch dachte, ey, das ist ja total schlau.
00:38:54: Und zwar im dritten Teil von Star Wars, den Er mit einem Kumpel gesehen hat.
00:39:01: Da wird ja Mace Windu, der Jedi-Ritter von Anakin Skywalker zur Strecke gebracht.
00:39:10: Und zwar ... Ich hab den Film damals im Kino gesehen, ich weiß es gar nicht mehr so ganz genau.
00:39:13: Er wird irgendwie mit der Macht weggeschleudert aus dem Fenster vom Jedi-Tempel.
00:39:18: und dann sagte Hanno zu mir, Mace Window flow out of the window, er trägt die Ursache seines Todes bereits in seinem Nachnamen.
00:39:30: Und ich dachte, Alter erst auf mehreren Ebenen.
00:39:34: Ja?
00:39:34: Erstens Englisch, zweitens Wortspiel.
00:39:38: drittens Vollschlau mein
00:39:40: Sohn!
00:39:42: Großartig großartig der kommt ja jetzt auch so ein alter wo man dann auch bemerk, dass der Vater in der Öffentlichkeit steht und das da am Fernsehen ist.
00:39:54: Ja aber das ist für ihn auch relativ unspektakulär.
00:39:56: also das ist so normal.
00:39:58: es ist schon wenn ich mit ihm unterwegs bin und Leute mich erkennen fragt er mich auch wer war denn?
00:40:02: jetzt kann das zu denen?
00:40:04: Und ich muss sagen ne manne ich weiß auch nicht wann das war.
00:40:06: wahrscheinlich hat er oder sie mich eben auf der Bühne gesehen hab mich aus dem Internet.
00:40:10: achso
00:40:11: dieser virale Hit als ihr das Ding aufgenommen habt War euch da schon klar was ihr da gesetzt habt und dass das überhaupt nicht kommt.
00:40:20: Das war ja einer von vielen Zungenreichern, die wir gemacht haben Und da führte eben eins zum anderen.
00:40:26: also wahrscheinlich wirklich der besondere Klang Dieser Zungenbrecher auf dem mein Song basiert den gab's ja schon vorher.
00:40:34: Also das ist ja die ganze Idee.
00:40:35: ich greife zungenbreche auf die es gibt die man auch kennt Fischersfritz Potsdamer Postkutscha Blaukraut Brautkleid so was.
00:40:44: und den hatte ich im internet gefunden Und da war der schon viral.
00:40:47: Der war nur nicht in Reimform, und er wurde ganz zauberhaft illustriert.
00:40:51: Dieses Video haben sich auch etliche Leute Millionen damals schon angeschaut auf YouTube vor zwölf, dreizehn Jahren.
00:40:59: Inzwischen kenne ich die Leute, die das erschaffen haben.
00:41:02: Ausgedacht hat sich den Zungenbrecher ein Lehrer namens Tom Witzel aus Köln.
00:41:05: Schöne Grüße!
00:41:06: Weiß nicht im Sendegebiet.
00:41:09: Gezeichnet hat es eine Illustratorin namens Michelle Winter.
00:41:15: Ich hab halt auch die natürlich gefragt hier, hör mal kann ich das machen in reim Formen und seid ihr damit einverstanden?
00:41:22: Also bei manchen Zungenbrechern war es nicht so einfach die Urheberschaft zu ergründen rauszufinden von wem ist der eigentlich.
00:41:30: Und dann sind auch in manchen Fällen Leute nachträglich auf uns zugekommen haben gesagt.
00:41:35: Eigentlich ist das aber auch mir.
00:41:36: Oh ja!
00:41:38: Aber wir werden uns da natürlich einig.
00:41:41: da niemand was wegnehmen.
00:41:42: Und bei Babaras Rabababa ist es nun im Speziellen auch noch so, dass ... Auch Tom Witzel nicht der einzige ist, der das aufgegriffen hat sondern... Es gibt auch andere Kollegen die aus Barbara und Rhabarba und Barbaren Songs gemacht haben.
00:41:55: zum Beispiel Semitavales sind lieber Kollege von mir, den ich aus dem Barriettier Kontext kenne oder die schwarze Grütze tolles Musikkommodidur aus Potsdam.
00:42:03: Auch die haben Lieder über Barbaren-Barbara und Rabbaba Die alle ein bisschen anders sind aber halt auf den gleichen Worten basieren.
00:42:11: Und das geht sogar bis zurück in die Antike.
00:42:15: also ich habe inzwischen rausgefunden, im Pompeii gibt es einen Graffiti an der Wand was auch ein Zungenbrecher ist.
00:42:22: er auf Barbaren und Rababa und Barbara basiert nur halt auf Latein.
00:42:27: okay so also dass war glaube ich echt der erste und das ist ja auch naheliegend.
00:42:30: na diese Worte schreien ja geradezu danach in irgendeiner Form verwendet zu werden wenn sie klingen.
00:42:40: Das war damals schon im alten Romshow, beziehungsweise in Pompeii.
00:42:43: Dass man sich darüber beömmeln konnte wie lustig das klingt.
00:42:47: Und das Besondere ist halt ... Ich hab's in reinen Form gebracht aber eben die Geschichte von Tom Witzel und Marty Fischer hat es mit Beats unterlegt und den Song dazu komponiert.
00:43:00: Und dass klingt anscheinend so besonders in diese Darreichungsform, da viele Leute schon von begeistert waren.
00:43:10: Auch fremdsprachige Menschen, die das auf ihren eigenen Kanälen als Kuriosum präsentiert haben.
00:43:16: Schau mal so kann die deutsche Sprache auch klingen.
00:43:19: und Leute, die dann wissen wollen was heißt das denn?
00:43:21: Und anfingen es in ihre Sprachen zu übersetzen, richtig toll oder sich dazu ein Tanz überlegt haben.
00:43:29: Nämlich in dem Fall zwei Musicalstudentinnen aus Perth in Australien, die supergut tanzen können die dann wiederum etliche Menschen aufgegriffen und nachgetanzt und weiterentwickelt haben.
00:43:42: Also so ein internationales Gemeinschaftsding, wo ich so dachte halleluja dafür ist das Internet doch eigentlich mal gedacht gewesen.
00:43:53: So dass es über Kontinente hinweg Menschen zueinander bringt, die kreativ gemeinsam was entwickeln.
00:44:00: Und als Martin und ich diesen Tanz dann aufgeriffene und nachtanzten Schloss sich der Kreis.
00:44:04: also da es halt kurz mal das Internet explodiert Das ist total fantastisch.
00:44:10: Dass wir das eben auch machen und damit haben wir nicht gerechnet, dass war ja überwältigend.
00:44:15: Und wer dann alles uns interviewen wollte?
00:44:16: Wir standen auf der Titelseite der New York Times, auf der Tietelseite Mann.
00:44:21: Der Guardian rief an Le Figuero so An alle konnten es nicht fassen.
00:44:25: Habt ihr denn Auftritte auch geplant irgendwie für die deutsche Minderheit in New York oder keine Ahnung?
00:44:33: Na wir sind sehr spontan in der amerikanischen Akademie in Berlin aufgetreten.
00:44:38: Das hat sich ergeben, da wir waren dort eigentlich nur eingeladen.
00:44:40: aber so hey wollt ihr nicht auftreten?
00:44:42: Hier ist ne Bühne hier sind zwei Mikrofone und Lust!
00:44:50: Also ziemlich überrumpelt aber es war lustig das hat Spaß gemacht.
00:44:52: Nun
00:44:53: hast du ja einen eigenen Musikverlag Und bringst ja deine Alben, also du setzt dich selbst unter Druck sozusagen.
00:44:59: Also wenn du jetzt kreativ wirst dann steht da kein... Wer steht hinter dir und klopft dir auf die Schulter und sagt hier mach mal das neue Album fertig?
00:45:06: Ja vor allem ich selber!
00:45:08: Ich will ja dass es ein neues Album von mir gibt so.
00:45:11: Wir haben meine eigene Plattenfirma gegründet, der Sven und ich damals weil wir halt wollten dass es Platten von mir gibts und Platten Firmen haben sich halt einen Scheiß für mich interessiert wie bist du denn was machst du denn da quatschen?
00:45:22: Wir dachten, wir müssen das selber machen.
00:45:24: Dann hab ich rausgefunden, wie geht's?
00:45:26: Im Platten-Label gründen ... Du musst ein Gewerbe anwenden.
00:45:29: Aha!
00:45:30: Wie geht es?
00:45:31: Wo kriegst du den?
00:45:32: Aha!
00:45:32: Okay, dann brauchst du einen Labelcode.
00:45:35: Wo gibst du ihn denn?
00:45:36: Ah ja bei der GVL wärs das.
00:45:37: Also wir haben uns diese Kenntnisse drauf geschafft und haben unser eigenes Label gegründet, unsere eigene Plattenfirma.
00:45:43: Und machen das so, wie wir das gut finden.
00:45:46: Wie wir das auch moralisch und künstlerisch ... vertreten können.
00:45:52: Und inzwischen interessieren sich natürlich Plattenfirmen für uns und klopfen an, und wir sagen danke nein!
00:45:57: Wir machen das lieber selber, wir finden es nämlich so wie wir das machen besser als ihr das macht und diese Autonomie zu haben seine Integrität wahren zu können, dass ist ein ganz großes Privileg.
00:46:09: Was soll von Bode bleiben?
00:46:10: Von Bode ward gehen?
00:46:11: was ist dein Ziel also?
00:46:12: was is dein Wunsch für die nächsten Generationen wenn du irgendwann nicht mehr da bist?
00:46:20: Freude und Trost.
00:46:21: Wenn ich das mit meinen Stücken spenden kann, auch über mein Tod hinaus
00:46:25: ...
00:46:26: Das wäre schön!
00:46:28: Also dass man sich zu jeder Lebenssituation passenden Zungen anhören kann, der dir hilft.
00:46:36: Und Freude im Alltag zu finden, den Fähnissen des Alltags Humor abzutrotzen und sich einen buchstäblichen Reim auf alles machen zu können Ja also dem Leben mit Leichtigkeit begegnen zu können, leichter durchs Leben zu gehen.
00:46:56: Wenn ich das stiften kann, dann habe ich alles erreicht.
00:47:00: Danke dir, Bruno!
00:47:01: Zusammen sind wir
00:47:15: Schleswig-Holstein!
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